"König Ubu" von Alfred Jarry:
Der primitive, feige, gefräßige und machtbesessene Père Ubu wird von seiner Frau, Mère Ubu, angestiftet, durch ein Massaker an dem ehrbaren König Venceslaus und seiner Familie den polnischen Thron zu usurpieren. Mit der Unterstützung des Hauptmanns Bordure und seiner Spießknechte gelingt Ubu der tödliche Staatsstreich und er wird zu einem relativ populären Herrscher, bis er, als erste Regierungsmaßnahme, beschließt, zum Zwecke seiner persönlichen Bereicherung sämtliche Adeligen und Staatsbeamten "enthirnen" zu lassen. Ubus nicht weniger radikale Steuerpolitik beinhaltet nicht nur die unbegründete Vervielfachung aller direkten und indirekten Steuern, sondern auch deren gewaltsame Eintreibung durch den König höchstselbst. Als Ubu die Bevölkerung immer mehr zu tyrannisieren beginnt, animiert der nunmehr abtrünnige Bordure den Zaren Alexis dazu, gegen den entfesselt mordenden Despoten zu intervenieren. Während sich Ubu also auf dem Feldzug gegen das russische Heer befindet, wird die „Regentin“ Mère Ubu von dem rechtmäßigen Thronerben Bougrelas gestürzt, jedoch nicht ohne vorher die Staatskasse geraubt zu haben. Ubu selbst wird von der russischen Armee zwar vernichtend geschlagen, kann sich jedoch durch Feigheit und Tücke mit seiner Frau nach Frankreich flüchten, wo er sich zum „maître des phynances“ ausrufen lassen will.
Der Jugendclub der Wuppertaler Bühnen hat sich das Jugendwerk des französischen Schriftstellers Alfred Jarry für seine diesjährige Produktion ausgesucht, welches viel Raum für Experimente mit Spielweise und –Formen bietet .
Das Geschehen findet in und um den Container statt. Die Zuschauer werden zu Gästen an der Tafel des Père Ubu und seiner Frau und sind so schon fast beteiligt.
Es spielen: Daniela Bädje, Tim Barthelmes, Polina Boyko, Lisa Hofmann, Antonia Koßler, Lena Kutschbach, Laura Lietzmann, Rebekka Menges, Jasmin Seißer, Nina Zorn
Regie: Markus Höller